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(Texte veröffentlicht auf www.schwedenstube.de)

 

 

Lena Andersson: Widerrechtliche Inbesitznahme

 

Eine Frau verliebt sich in einen Mann, der an einer Liebesbeziehung nicht interessiert ist. Eigentlich eine abgedroschene Geschichte. Lena Andersson erhielt für ihren Roman „Egenmäktigt förfarande – en roman om kärlek“, der genau dieses Thema behandelt, 2013 den renommierten schwedischen Literaturpreis Augustpriset. Nicht wegen der Originalität des Stoffs. Mit messerscharfer Psychologie und in glasklaren Sätzen analysiert die Autorin, was bei dieser „Geschichte“ eigentlich passiert. Sachlich, stellenweise leicht ironisch stellt sie dar, was in ihrer Protagonistin vorgeht, wie die ansonsten so vernünftige und absolut rational denkende Essayistin Ester Nilsson Verhalten und Bemerkungen des geliebten Künstlers überinterpretiert und sich falsche Hoffnungen auf eine gemeinsame Zukunft macht. Wie sie selbst ihre bisherige Beziehung mitleidslos beendet und wie abgrundtief ihre Verzweiflung bei jeder Zurückweisung durch den Künstler ist. Und vor allem, wie hilflos sie immer wieder der Hoffnung ausgeliefert ist: „Hoppet är en parasit i människokroppen“ (Die Hoffnung ist ein Parasit im menschlichen Körper). Wie sich der einerseits geschmeichtelte, andererseits freiheitsliebende Angebetete einige Male mit ihr einlässt, sich jedoch schließlich immer unzugänglicher zeigt, je mehr Esther Anspruch auf ihn erhebt.

 

Die 45-jährige Lena Andersson, Autorin und Journalistin, wurde bisher mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem humanistischen Ingmar Hedenius-Preis. Lena Andersson ist als Literaturkritikerin für die Zeitung Svenska Dagbladet und Kolumnistin für Dagens Nyheter tätig. 2005 erregte sie große Aufmerksamkeit mit einer atheistischen Predigt im schwedischen Radio.

 

Der Roman ist nun auf Deutsch erschienen: „Widerrechtliche Inbesitznahme - Roman über die Liebe“, aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs, Luchterhand Verlag, München 2015. Auf die Übersetzung der freistehenden Fortsetzung „Utan personligt ansvar“ (2014) darf man sich schon freuen.

 

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Myrorna & Co – Second hand für einen guten Zweck

 

 

Eine schöne Lampe für 10 Kronen, Schlittschuhe für 30 oder eine originelle Handtasche für 60? Kein Problem, das alles findet man in den zahlreichen schwedischen Secondhandläden.

 

Schon lange vor der Retro- und Recyclingwelle war es in Schweden allgemein üblich, in diesen Läden einzukaufen. Viele der Läden arbeiten nämlich für einen guten Zweck. Sie werden von Kirchen, dem Roten Kreuz oder lokalen Freiwilligenorganisationen betrieben, die Waren sind gespendet, das Personal arbeitet kostenlos und der Gewinn kommt sozialen Projekten zugute. Ganze gemeinnützige Secondhand-Ketten wie Myrorna oder Erikshjälpen arbeiten nach diesem Prinzip. Hier einzukaufen ist also eine gute Tat und die Jagd auf originelle Einrichtungsschnäppchen hat sich zu einem regelrechten Volkssport entwickelt. Oft sind die Sessel oder die alte Stehlampe aus dem Secondhandladen das, was der Einrichtung erst den richtigen Charme verleiht.

 

Einen weiteren Vorteil haben diese Läden - es fällt einem plötzlich viel leichter, zu Hause auszumisten. Dinge, die nur deshalb noch irgendwo herumstehen, weil sie zum Wegwerfen zu schade sind, gibt man einfach im Secondhandladen ab und schlägt so mehrere Fliegen mit einer Klappe. Gemäß dem Sprichwort Den enes skräp är den andres skatt - Der Plunder des einen ist für den anderen ein Schatz.

 

 

 

 

 

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